Mein Name ist Marianna Guagliano und ich bin Postdoktorandin am Department für Chemie, Materialien und Chemieingenieurwesen „Giulio Natta“ am Politecnico di Milano. Meine Doktorarbeit konzentrierte sich auf die Entwicklung nachhaltiger Materialien aus Abfallbiomasse, mit dem Ziel, landwirtschaftliche Rückstände in neue Ressourcen umzuwandeln, die sowohl für die Umwelt als auch für technologische Innovationen nützlich sind. Derzeit widme ich mich der Entwicklung innovativer Methoden zur Rückgewinnung seltener Erden unter Verwendung zirkulärer Materialien.
Ich bin in Pavia aufgewachsen, einer Stadt, in der ich meinen wissenschaftlichen Werdegang begann, indem ich Biotechnologie an der Universität Pavia studierte. Die Neugier auf Materialien und ihr Potenzial führte mich anschließend zum Politecnico di Milano, wo ich eine Promotion im Bereich Materialtechnik absolvierte.
Während meines Forschungswegs habe ich mich mit der Aufwertung der Abfälle der Kastanienlieferkette durch die Herstellung von Biokohle beschäftigt, einer Pflanzenkohle, die sowohl für Umweltanwendungen, wie die Wasserbehandlung, als auch für innovative Anwendungen im Veterinärbereich verwendet werden kann.
Ich glaube fest an den Wert der Zusammenarbeit und der interdisziplinären Vernetzung: In meinem Werdegang hatte ich die Gelegenheit, mit akademischen und industriellen Partnern zusammenzuarbeiten, eine Forschungszeit am CSIC in Spanien zu verbringen und zu verschiedenen internationalen wissenschaftlichen Publikationen und Konferenzen beizutragen.
Ich glaube fest an den Wert der wissenschaftlichen Aufklärung als Instrument, um das Publikum für die Themen Nachhaltigkeit und Innovation zu sensibilisieren. In diesem Zusammenhang habe ich an der Aktivität „Auf der Suche nach Gold“ teilgenommen, die sich an Kinder richtete und während des Ingenieurfestivals am Politecnico di Milano organisiert wurde, mit dem Ziel, die Jüngeren für die Bedeutung der korrekten Entsorgung von Elektro- und Elektronik-Altgeräten (EEE-Altgeräte) und für die Rückgewinnung der wertvollen Materialien in den elektronischen Geräten zu sensibilisieren.
Mich begeistert die Vorstellung, dass die Wissenschaft konkret zur Nachhaltigkeit und zur Gesellschaft beitragen kann. Deshalb setze ich mich jeden Tag dafür ein, einen zirkulären Forschungsansatz zu fördern, bei dem das, was wir heute als Abfall betrachten, die Grundlage für die Lösungen von morgen werden kann.